Umgang mit Unsicherheit: Wie können wir umdenken?

Regelmäßige Reflexion – wo du gerade stehst, wo du hinmöchtest, was du brauchst, wer du bist – kann im Umgang mit Unsicherheit ein wenig mehr Sicherheit und Klarheit geben. Denn Selbstreflexion kann dein Mindset stärken und dich in einer guten Haltung unterstützen.

Vielleicht kennst du das, dass du beim Erreichen eines Ergebnis feststellst, dass du das eigentlich gar nicht so wolltest oder dabei völlig erschöpft bist und dann wieder einmal das nächste Ziel angehst, um irgendwann zufrieden zu sein? Du fühlst dich dann verunsichert?

Damit das nicht geschieht und auch dafür, wenn mal nicht alles so kommt wie erwartet, du eine andere Richtung einschlagen musst als ursprünglich geplant oder neue Herausforderungen auftauchen – wie es vermutlich einige von uns in diesen Zeiten der Veränderung erfahren haben – ein mentaler Kompass kann dich auf deinem Weg unterstützen.

Mit dem Thema Umgang mit Unsicherheit und unvorhersehbaren Umständen beschäftigt sich auch die VUKA Welt. VUKA ist ein Akronym der Begriffe Volatilität (Unbeständigkeit), Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität (Mehrdeutigkeit). Als bisherige Lösungen werden Vision, Verstehen, Klarheit und Agilität betrachtet.
Unterstützend ist dafür sicherlich auch ein offenes, stärken- und entfaltungsorientiertes Mindset.

Meine Herangehensweise bei der Selbstreflexion und beim Pläne schmieden habe ich im Folgenden zusammengefasst und passende Fragen dazu formuliert, die ich gerne mit dir teilen möchte. Vielleicht ist das auch eine hilfreiche Unterstützung für dich:

 

Phasen der Veränderung YVONNE RUNDIO

 

Wo stehst du gerade? Was ist gut? Was noch nicht so wirklich?

Erst einmal geht es darum anzuerkennen, was schon da ist und was ich schon geschafft habe, um mir die kleinen und großen Erfolge bewusst zu machen. Und glaube mir, daran kann man sich nicht oft genug erinnern. Genauso mache ich mir auch bewusst, was mich aktuell stört.

Was wählst du? Was wäre so richtig schön? Wie möchtest du dich fühlen?

Entscheiden, was ich möchte, d.h. bewusst den nächsten Schritt, ein Ziel, eine Vision, einen Traum wählen. Etwas, das mir jetzt am wichtigsten ist, mich aktuell am meisten erfüllen wird, sich für mich lohnt dranzubleiben, für mich ehrlich attraktiv ist. Etwas, das bei mir auch wirklich starke positive Gefühle auslöst.

Das formuliere ich in positiver Form so, dass ich es selbst initiieren kann, lege also meine Konzentration auf das, was in meinem Einflussbereich liegt.

Für den Umgang mit Unsicherheit: Was braucht es dafür? Was ist schon da? Was ist wichtig?

Neugierig und dankbar sein für das, was ist, was ich habe und Vorfreude spüren für das, was kommt. Auch wenn sich diese aktuell sehr auf die kleinen Dinge konzentriert – damit erst recht. Wie ich selbst schon feststellen musste, ohne Vorfreude spüre ich schnell eine Schwere und Antriebslosigkeit. Statt mich der Unzufriedenheit hinzugeben, möchte ich mich bewusst über die kleinen Dinge freuen wie ein gutes Buch, ein leckeres Essen, eine nette Geste, einen Sonnenaufgang oder -untergang, ein Eichhörnchen auf dem Balkon, einen Brief oder eine Karte mit einer persönlichen Nachricht … Darum habe ich auch wieder angefangen ein Dankbarkeitsjournal zu führen, womit ich schon früher positive Erfahrungen gemacht habe. Passend dazu ein tolles Video basierend auf wissenschaftlichen Studien: Ein Mittel gegen Unzufriedenheit.

Außerdem konzentriere ich mich auf meine Stärken und schöpfe Kraft und Zuversicht aus meinen Erfahrungen. Denn das sind die Dinge, auf die ich jederzeit zurückgreifen kann, auf die ich Einfluss habe auch im Umgang mit Unsicherheit. Im Gegensatz zur Konzentration auf die Dinge, die wir jetzt (noch) nicht wissen oder auf die wir keinen Einfluss haben – was uns überfordert oder unzufrieden fühlen lässt.

Was hält dich bisher davon ab?

Der Kompass gibt mir den Mut meine Blockaden anzusehen und die Kraft daran zu arbeiten sie zu lösen. Bei mir zu bleiben und bei meinen Ressourcen, gerade dann, wenn ich noch gar nicht weiß, wie alles werden wird. Auch hilft er mir meine Arbeit und mich nicht mit all den anderen tollen Projekten und Menschen zu vergleichen. Erinnert mich daran, dass es unerschrocken und neugierig leichter ist, als in Angst und Sorgen.

Was ist wichtig, um loszulassen und dich darauf einzulassen? Auch im Umgang mit Unsicherheit?

Der Kompass schenkt mir Vertrauen, Freude und Offenheit für meinen Weg. Hilft mir beim Loslassen – auch wenn mir das oft schwerfällt, weil es bedeutet die Kontrolle abzugeben, die ich so gerne behalten möchte. Aber das braucht es, um im Moment zu sein und nicht bei den Sorgen von gestern und den Erwartungen und Aufgaben von morgen. Damit sich Dinge entwickeln und Möglichkeiten auftun können – eben ohne vorher schon zu wissen was und wie. So ergeben sich manchmal Gelegenheiten, Begegnungen, Inspiration und Impulse, Wendungen, neue Wege – diese Erfahrungen, die genau zur richtigen Zeit passieren.

Woran erkennst du, dass du auf dem Weg bist?  Dein Ziel erreicht hast? Deine Vision lebst? Welche Strategie ergibt sich daraus für dich?

Genießen – ich will das Leben und was ich tue bereits im Hier und Jetzt genießen und nicht erst irgendwann einmal. Mich dafür zu entscheiden mit Freude in die Umsetzung zu gehen, fällt leichter als mit großer Anstrengung. Der Kompass erinnert mich immer daran, auch wenn gerade viel los oder viel zu tun ist. Genau dann gilt es innezuhalten und einen Moment zu genießen, mir etwas Gutes zu tun, freudig Pläne zu schmieden, mir eine Auszeit zu gönnen. Ähnlich der alten Zen-Weisheit:

»Meditiere 20 Minuten täglich, es sei denn du hast keine Zeit, dann meditiere eine Stunde.«

Mit diesen Fragen starte ich und komme regelmäßig darauf zurück als Erinnerung, Wegweiser, Unterstützung.

Was möchtest du für dieses Jahr und warum? Was steckt in deinem Ressourcenrucksack für das Jahr? Was ist für die Umsetzung schon da und was brauchst du noch dafür? Was ist für dich wichtig im Umgang mit Unsicherheit?

Vielleicht ist dein Umgang ein ganz anderer – das ist genauso okay.

 


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Yvonne Rundio ist Business Coach und hilft Selbstständigen* ihr Leben und Arbeiten auf ihre eigene Art zu gestalten. Mit Slow Growing von Überleben zu Entfaltung, von Stillstand zu Bewegung – für mehr Balance. Hier kannst du mehr über Einzelcoaching und Gruppen-Coaching erfahren.


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