Geld verdienen als Selbstständige – was wir jetzt tun können

Nach all dem Beobachten, Fühlen und Nachdenken habe ich mich gefragt, was ich jetzt tun kann. Mir geht es gut, ich bin gesund. Mit was kann ich mich aktuell sinnvoll beschäftigen?

Also habe ich angefangen mich um meine Selbstständigkeit zu kümmern. Doch Tipps die Zeit zu nutzen um die Website zu verschönern oder endlich den Instagramkanal regelmäßig zu bespielen, erscheinen mir gerade wenig hilfreich. Denn was wir brauchen sind weiterhin Einnahmen. Regelmäßiger Umsatz durch Aufträge und Verkäufe, jetzt und für die kommenden Monate. Deshalb, wie kann ich weiter Geld verdienen als Selbstständige? Lass uns über das Geld verdienen reden.

Überblick Kontostand

Ich habe mir einen Überblick verschafft und erst mal meinen aktuellen Kontostand angeschaut: Was waren meine Einnahmen im letzten Monat, womit kann ich diesen Monat noch sicher rechnen und wie hoch sind meine Ausgaben? Das Ergebnis sagt mir den aktuellen Stand und wie lange ich ohne Neu-Einnahmen auskommen kann, bevor ich an meinen Notgroschen muss. Das ist auch eine gute Möglichkeit Kosten zu reduzieren. Wo kann ich sparen, was kann ich reduzieren, kündigen?

Finanzielle Unterstützung

Als nächstes habe ich mich erst einmal mit Soforthilfe & Co. auseinandergesetzt. Soforthilfe, die ich nach aktuellem Stand nicht für meine Lebenshaltungskosten nutzen kann. Eine gute Übersicht und Hilfestellung für Selbständige und Freiberufler gibt’s auch bei 2gather jetzt – Eine Plattform für Zusammenhalt in Krisenzeiten.

Kleiner Hinweis, im weiteren Text schreibe ich nicht über den Umgang mit finanziell prekären Situationen, sondern davon im Beruf, in der Selbstständigkeit zu bestehen und weiterzukommen.

Übersicht Aufträge und Einnahmen

Also weiter geht es. Dann habe ich mir eine Übersicht angelegt und mir meine Aufträge und Einnahmen der letzten 12 Monate angeschaut. Womit habe ich wieviel verdient? Um herauszufinden, was die 20 % meiner Projekte und Kunden sind, mit denen ich 80 % meines Einkommens generiere, nach dem Pareto-Prinzip. Im nächsten Schritt konzentriere ich mich genau darauf, also auf das, was bereits funktioniert.

Kann ich auch weiterhin darüber meinen Umsatz generieren? Welche Anpassungsmöglichkeiten gibt es damit weiter mein Einkommen zu verdienen? Was kann ich bestehenden Kunden als Follow-Up anbieten?

Dabei kann Kunden schon die Anpassung des Zahlungsmodells helfen und statt einer Rechnung ihnen die Möglichkeit von Ratenzahlungen zu geben. Das mache ich tatsächlich schon länger, was super ist für beide Seiten gerade bei größeren, längeren Projekten. Oder es braucht eine digitale Lösung für eine bisherige offline Lösung? Meine Briefing-Workshops und Coachings gibt es jetzt nur noch online, statt vorher auch offline. Außerdem entwickle ich ein neues Format für Gruppen-Coaching.

Und ja, es fallen auch Angebote raus, weil sie nicht zu mir passen nach Stress- und Freudefaktor oder sie sich für mich zeitlich und finanziell nicht rechnen. Ein guter Zeitpunkt diese auszumisten. Denn gerade jetzt geht es ganz besonders darum nicht alles und für zu wenig Geld anzubieten. Also lieber das Produkt verändern, um den Preis anpassen zu können und nicht den Preis reduzieren. Es geht nicht um Dankbarkeit für Aufträge und Gefallen wollen, sondern um eine faire Bezahlung für gute Arbeit.

Bedürfnisse, Inspiration und Adaption

Hier heißt es kreativ zu sein und sich auch mal in anderen Branchen umzusehen. Wie sehen dort Lösungen aus? Was inspiriert mich, welche Ansätze kann ich adaptieren? Auch hilfreich ist die Frage, was brauchen Menschen aktuell wirklich, was ich kann? Es gibt ganz bestimmt genug Probleme, die eine Lösung brauchen. Denke mal an die Läden, die jetzt einen Onlineshop oder Lieferservice eingerichtet haben, die jetzt statt Kleidung Mundschutz produzieren lassen, Ausstellungsräume, die zu virtuellen Rundgängen einladen, Workshops, die jetzt online statt an öffentlichen Orten stattfinden. Was kannst du wie und auch anders als bisher anbieten? Um welche Emotionen geht es bei deiner Zielgruppe und wie kannst du diese erfüllen?

Gemeinschaft und Austausch suchen

Und ich habe mich mit anderen Selbstständigen ausgetauscht – Verbundenheit ist genau die richtige und so wichtige Unterstützung. Immer. Oft fühlen sich die eigenen Herausforderungen und Sorgen lang nicht mehr so schwer an, wenn wir sie teilen. Vielleicht hat auch jemand schon längst eine Lösung für mein aktuelles Problem. Deshalb regelmäßig soziale Kontakte über Zoom und Telefon pflegen. Mach ich mit meinen BÄMs, meiner NRW Coachs Gruppe, mit Freunden und Familie.

Ruhe bewahren und Fokus halten

Außerdem ist es hilfreich Ruhe und einen klaren Kopf zu bewahren. Dabei hilft es mir auf meine Emotionen zu achten und das zu tun, was ich gerade brauche. Ich erlebe genauso Momente von Unsicherheit, habe keine Lust etwas Neues ausprobieren zu müssen. Gerade dann gebe ich mir Zeit, die Erlaubnis auch das zu fühlen und mache lieber Pause, einen Spaziergang oder lese, anstatt mich zu zwingen Zeit vor dem Rechner zu verbringen, die sich unproduktiv und frustrierend anfühlt.

Inspiration und Unterstützung finden

Mitten in meinem Prozess habe ich für diesen Weg bestätigende und ergänzende Inspiration bei der immer wieder hilfreichen Madame Moneypenny gefunden. Sie gibt dazu noch guten Input zum Thema Marketing- und Sales-Plan und zu langfristigen Schritten.

»Dein Business ist nur so gut wie du es bist.« — Natascha Wegelin

Oder wie gut es dir geht.

Über Geld sprechen auch Alice Hasters und Maxi Häcke in ihrem Podcast Feuer & Brot in ihrer aktuellen Podcastfolge. Außerdem über die finanzielle Krise, Existenzbedrohung, die Betroffenheit von Frauen* generell und gerade jetzt, über aktuelle Ungerechtigkeit.

Noch mehr Hintergrundwissen findest du im Artikel Frauen entscheiden sich nicht für Altersarmut, unsere Gesellschaft entscheidet für sie von Teresa Bücker.

Also Überblick verschaffen, deinen Plan machen, einmal darüber schlafen und ins Umsetzen kommen.
Weil es so viel Spaß macht Pläne zu schmieden, es aber vielmehr auf deine folgenden Handlungen ankommt, verbringe nicht zu viel Zeit mit dem Plan. Besser den Fokus halten, pragmatisch sein und lieber schnell ins Tun kommen. Ich sag’s auch noch mal für die Perfektionist*innen: Einfach machen – anfangen, weitermachen and dranbleiben! Jeder kleine Schritt zählt und ist ein Schritt nach vorne. Weiter oder wieder Geld zu verdienen, die Selbstständigkeit zu festigen und weiterzuentwickeln.

Mein Leitsatz für diese Tage: Slow growing – in der Ruhe liegt die Kraft und konstruktive Bewegung statt reines Überleben.

Was beschäftigt dich zur Zeit? Wie geht es dir gerade wirklich? Was bewegt dich? Was inspiriert dich? Wovon möchtest du mehr? Was fordert dich heraus? Was brauchst du aktuell? Ich freue mich über deinen Kommentar.

 

»You cannot get through a single day without having an impact on the world around you. What you do makes a difference, and you have to decide what kind of difference you want to make.« — Jane Goodall, Verhaltensforscherin

 


Yvonne Rundio ist Business Coach und unterstützt Selbstständige* und Unternehmer*innen bei der Gestaltung ihrer Work-Life-Money-Balance. Ihre Vision zu entwickeln und ihre wertvollen Ideen auf ihre Art und Weise zu verwirklichen. Mit Slow Growing von Überleben zu Entfaltung, von Stillstand zu Bewegung.


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